„Wir sind der Automatisierer für die Fabrik der Zukunft.“

Als Leiter des neuen Rexroth Geschäftsfeldes Automation & Electrification Solutions (AE) werde ich häufig gefragt, wo die Reise strategisch und technologisch hingeht. Hier unsere Ideen und was unsere Kunden von uns erwarten dürfen.

 

Automatisieren und Elektrifizieren

Der Name ist Programm: In der neuen Business Unit Automation & Electrification (AE) Solutions bündeln wir die über Jahrzehnte erarbeitete Kompetenz von Bosch Rexroth in den beiden gleichnamigen Wachstumsfeldern. Aus meiner vorherigen Position als President Europe & Asia beim Werkzeugmaschinenhersteller MAG IAS bringe ich hierfür nicht nur die nötige Perspektive des OEM-Partners mit, sondern auch die nötige Kenntnis über spezielle und globale Marktentwicklungen. Mit unserem gemeinsamen Know-how legen wir einen noch klareren Fokus auf die Fabrikautomation. Kurz gesagt: Wir wollen DER Automatisierer für die Fabrik der Zukunft werden!

 

So stellen wir uns die Fabrik der Zukunft vor

Vier Wände, dazu ein Dach und der Hallenboden – viel mehr an festen Komponenten wird es in der Fabrik der Zukunft nicht mehr geben. Maschinen und Anlagen kommunizieren überwiegend drahtlos, das Produktionsequipment stellt sich dank des veränderlichen Layouts selbstständig und hochflexibel auf neue Fertigungsaufträge ein. Stark verkürzte Rüstzeiten erlauben deutlich höhere Varianzen, im Extremfall sogar Losgröße eins. Ein typisches Beispiel für die hierfür nötige neue Mobilität sind autonome Transportsysteme, die sich mit schaltschrankloser Antriebstechnik durch die Halle bewegen und dabei während des Transports am Produkt arbeiten, also wertschöpfend sind.

 

 

Die Automatisierung wird dezentral und hochkonnektiv

Als logische Folge des veränderlichen Fabriklayouts werden wir ein dezentrales Automatisierungsdesign sehen, das sich mit verteilter Intelligenz und Interoperabilität über die Hierarchieebenen der klassischen Automatisierungspyramide hinwegsetzt. Warum das nötig ist? Weil die Anwender maximale Flexibilität für die (Re-)Konfiguration ihres Equipments brauchen, um Funktionalitäten bedarfsgerecht nach dem Prinzip plug&work auf- und abzubauen. Mit den gestiegenen Konnektivitätsanforderungen an die Komponenten erfahren auch die Disziplinen Elektrifizierung und Hybridisierung eine tragende Rolle. In der Zukunftsfabrik wird es nicht mehr ausreichen, die klassische Hydraulik, Pneumatik und manuelle Mechanik zu automatisieren. Sie erleben vielmehr eine Aufwertung durch die Erweiterung ihres Funktionsumfangs, damit auch diese Komponenten über die „digitale Leitung“ kommunizieren können.

 

Wie Bosch Rexroth zur Zukunftsfabrik beiträgt

Mit der Expertise, die Bosch Rexroth in zahlreichen eigenen Werken zur vernetzten Automatisierung gesammelt hat, verfügen wir über eine ideale Ausgangslage für ganzheitliche Konzepte und individuelle Lösungen. Unsere verteilte Antriebs- und Steuerungsintelligenz befähigt Maschinenhersteller, modulare Funktionsbaugruppen individuell zu automatisieren und zu elektrifizieren. Unsere Konnektivitätsmodule versetzen Endanwender in die Lage, ihre Ausrüstung nicht nur mit übergeordneten Systemen, sondern auch untereinander kommunizieren zu lassen. Als Grundpfeiler für das Connected Automation Portfolio und die verteilte Intelligenz setzen wir eine Architektur ein, die auf offenen Standards aufbaut und die dank Open Core Engineering die entscheidende Brücke zur IT-Welt schlägt. In Verbindung mit unserer Steuerungshardware werden Maschinenbauer letztendlich dazu befähigt, ihre eigenen, proprietären Technologielösungen mit allen gängigen Programmiersprachen zu implementieren und ihren Endkunden oder Betreibern in kürzester Zeit ein optimales, auf den Bedarfsfall angepasstes Produkt zur Verfügung zu stellen.

 

Unser Umfeld setzt den Maßstab für unsere Agilität

Natürlich haben auch wir noch Hausaufgaben zu erledigen. In Anbetracht der schnellen Marktentwicklung müssen wir noch marktorientierter, agiler und schlagkräftiger werden. Ein erster Schritt ist bereits mit der Gründung der neuen Business Unit Automatisierung und Elektrifizierung getan. Wie die anderen neu geschaffenen Geschäftsfelder von Bosch Rexroth können wir uns nun ganz auf unser Kerngeschäft konzentrieren und nicht nur an Geschwindigkeit gewinnen, sondern noch näher am Kunden sein. Mit der Aufteilung in Business Units fördern wir mittelständisches Denken und Agieren. So können wir technologieübergreifende Projekte noch effizienter und ganzheitlicher realisieren – egal ob es sich um einen einfachen, günstigen Frequenzumrichter für die Laminierstraße von Getränkeetiketten handelt oder ein intelligentes Energie-Management und integrierte Sicherheit für E-Fahrantriebe von Baumaschinen. Egal ob es um einen Linearmotor-Antriebsverbund in CNC-gesteuerten Werkzeugmaschinen für die Smartphone Fertigung geht oder um elektrifizierte und drehzahlvariable servohydraulische Pumpen für Spritzgussmaschinen.

 

Das gehen wir als Nächstes an

Unser nächstes großes „Ding“ in der jahrzehntelangen Innovationskette von Bosch Rexroth besteht darin, ortsfeste und mobile Anwendungen von der Sensorik bis in die Cloud zu vernetzen. Hierfür kombinieren wir unsere bewährten Konnektivitätslösungen für Elektrik, Hydraulik und Mechanik mit Analyse- und Auswertungswerkzeugen zur Beobachtung und Optimierung. Ein großer Vorteil dieser Lösungen besteht darin, dass sie sich perfekt in die Software- und IT-Angebote der Bosch-Gruppe einfügen. Ein spannendes Beispiel aus unserer aktuellen Entwicklung stellt eine Art elektronisches Typenschild dar, mit dem Anwender ihre bestehende Fertigung schrittweise zur Fabrik der Zukunft vernetzen können. Energieautark und nur etwa so groß wie eine 2-Euro-Münze misst es kontinuierlich verschiedene physikalische Größen und überträgt diese drahtlos per Bluetooth. Die Daten lassen sich per App oder webbasiert auslesen und über eine cloudbasierte Softwarelösung auswerten. Schon zur Hannover Messe 2018 wird dieses Tool verfügbar sein.

 

Der klassische Service entwickelt sich weiter

Schon heute bietet Bosch Rexroth eine Vielzahl ergänzender Dienstleistungen, die weit über die Basisleistungen wie globale Erreichbarkeit 24 x 7, schnelle Ersatzteilverfügbarkeit und Reparatur hinausgehen. Im Rahmen unseres 360° Consultings übernehmen unsere Spezialisten beispielsweise die Simulation bei kundenseitiger Produktionsveränderung, leisten im Engineering Anwendungsunterstützung bis hin zur Inbetriebnahme oder versetzen ältere Maschinen mit Retrofits wirtschaftlich auf den neuesten Stand der Technik. Darüber hinaus bieten wir Dienstleistungen an, die den kompletten Lebenszyklus unserer Produkte begleiten. Mit unseren Data Analytics Servervices verhelfen wir unseren Kunden außerdem, ein wirkungsvolles Condition Monitoring aufzubauen, bis hin zum Predictive Maintenance, mit dem sie präzise Vorhersagen für die zustandsbasierte Wartung treffen können.

 

Unser Antrieb: Bewegung erzeugen

Die neue Business Unit Automatisierung & Elektrifizierung erzeugt im physikalischen wie im übertragenen Sinne Bewegung. Bewegung, die Fortschritt und Wachstum garantiert. Nicht nur für uns, sondern auch für unsere Partner. Unsere Kunden und Anwender profitieren von wegweisenden Automationslösungen, die sie schlagkräftig dabei unterstützen, ihr Produktionsequipment sicher, effizient, intelligent und kraftvoll einzusetzen. Unter der Prämisse einer minimalen Time to Market, schaffen wir mit unseren Systemlösungen eine wesentliche Voraussetzung für die Fabrik der Zukunft, die schon bald Realität sein wird.

 

Über den Autor:

hat am 1. Juli 2017 den Vorsitz der Business Unit „Automation and Electrification Solutions“ der Bosch Rexroth AG übernommen. Diese Business Unit bietet eine breite Palette an Antriebs- und Steuerungstechnologien für die Fabrikautomation und liefert Industrie 4.0 Lösungen als Fabrik der Zukunft. Dr. Lang startete seine Karriere bei Bosch Rexroth im Januar 2017 als Geschäftsleiter Technik für die Business Unit „Industrial Applications“. Zuvor war er Präsident Europa und Asien der MAG IAS GmbH. Dr. Heiner Lang studierte Maschinenbau und promovierte an der Universität Karlsruhe. Seine berufliche Karriere startete er beim Werkzeughersteller Karl Klink GmbH und übernahm dort die Leitung für Technologie und Entwicklung. 2009 wechselte Herr Dr. Lang zur MAG Europe GmbH als Chief Technical Officer mit weltweiter Leitung für das Produkt Management und Technologie. Mit der Gründung der MAG IAS Gruppe weitete sich sein Aufgabengebiet auf die operative Geschäftsführung (COO) der MAG IAS GmbH aus.

Ein Kommentar bei “„Wir sind der Automatisierer für die Fabrik der Zukunft.“

  1. Günter Heini

    Sehr spannender Artikel über die Fabrik der Zukunft. Erstaunlich welche Möglichkeiten wir heute bereits haben. Wir müssen die Chancen nutzen.

    Antworten

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