Safety on Board: Funktionale Sicherheit im Antrieb beschleunigt Engineering – Teil 1

Internationale und regionale Normen für Maschinensicherheit verschärfen sich, Hersteller müssen zunehmend komplexere Konzepte immer schneller umsetzen. Mit seinen antriebsintegrierten Sicherheitsfunktionen zeigt Bosch Rexroth einen wirtschaftlichen Weg auf, wie sich Mensch und Maschine auf höchstem Niveau schützen und Produktivität, Arbeitsergonomie und Effizienz im Engineering steigern lassen.

 

Unkontrollierte Bewegungen bergen erhebliche Gefahren. Müssen sich Bediener prozessbedingt innerhalb einer Maschine aufhalten, haben Hersteller die besonderen Sicherheitsvorkehrungen der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG oder die jeweiligen regionalen Normen zu erfüllen. Intelligente und direkt in den Antrieb integrierte Sicherheitsfunktionen erleichtern nicht nur die gesetzeskonforme Umsetzung, sondern können darüber hinaus zu einem echten Wettbewerbsvorteil werden.

 

Trend zu höherwertigen Sicherheitsfunktionen

Antriebsintegrierte Funktionen wie „sicherer Stopp 1“, „sicher begrenzte Geschwindigkeit“ oder „sichere Drehrichtung“ gehören für die meisten Maschinenhersteller und Ingenieurbüros zum festen Instrumentarium. Steigende Anforderungen an die Komplexität, Performance und Time-to-Market wecken zudem ein starkes Interesse an höherwertigen Funktionen, mit denen sich auch Stillstandzeiten und Maschinenkosten senken lassen. Diese Entwicklung in der Automation voraussehend, führte Bosch Rexroth bereits 1999 das Konzept „Safety on Board“ ein. Seither wird dieses Konzept, das Sicherheitsfunktionen in Automatisierungskomponenten integriert, kontinuierlich erweitert. Die Teillösung SafeMotion integriert dabei vielfältige Logikfunktionen direkt im Antrieb.

Mit „Safety on Board“ stehen Anwendern über das komplette Antriebsspektrum hinweg integrierte und autarke Sicherheitsfunktionen zur Verfügung. (Bildquelle: Bosch Rexroth AG)

 

Mehr Flexibilität bei höchstem Sicherheitslevel

Über alle IndraDrive-Antriebsbaureihen von Rexroth hinweg beinhaltet SafeMotion neben den klassischen sicheren Stopp- und Bewegungsfunktionen eine Vielzahl weiterer zertifizierter Funktionen bis hin zum höchsten Sicherheitslevel Kategorie 4, Performance Level e und SIL3. Zu den höherwertigen zählen unter anderem eine sichere Schutztürzuhaltung sowie das sichere Brems- und Haltesystem SBS. Letzteres steuert zwei unabhängige Bremsen über redundante Kanäle im Antrieb separat an und überwacht diese, so dass sich Personen sicher unter schwerkraftbelasteten Achsen aufhalten dürfen. Um performancesteigernde Funktionen für die Maschinensicherheit zu ermöglichen, unterstützt SafeMotion insgesamt 16 sichere Absolut-Lagebereiche und bis zu 31 sichere Nocken.

 

Mehr Funktion und Produktivität bei niedrigeren Kosten

Die antriebsintegrierten Sicherheitslösungen von Bosch Rexroth erleichtern nicht nur die Umsetzung internationaler Normen. Dank schnellster Reaktions- und Anwahlzeiten versetzen sie Maschinenhersteller vielmehr in die Lage, den Personenschutz und die Produktivität mithilfe eines effizienten Engineerings auf ein neues Niveau zu heben. In Verbindung mit der ebenfalls integrierten Verknüpfungslogik lassen sich die Maschinen und Teilapplikationen kompakter und mit weniger Komponenten realisieren. Exportorientierten Maschinenherstellern kommt darüber hinaus das breite Spektrum unterstützter Bussysteme entgegen, das durch ein weltweites Service- und Beratungsnetz sinnvoll ergänzt wird.

Über den Autor:

ist Produktmanager für elektrische Antriebstechnik bei Bosch Rexroth. Nach seinem Studium der Elektrotechnik an der TU Braunschweig startete er 1986 als Entwicklungsingenieur bei der Bosch Industrieausrüstung in Erbach/ Odenwald. 1993 wechselte er ins Produktmanagement für elektrische Antriebe und ist dort insbesondere für die antriebsintegrierte Sicherheitstechnik zuständig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.