Safety on Board: Flexibel und effizient mit funktionaler Sicherheit im Antrieb – Teil 2

Dem Bedarf nach möglichst kurzen Konfigurations- und Inbetriebnahmezeiten sicherheitstechnischer Applikationen kommt Bosch Rexroth mit der dialoggeführten und durchgängig unterstützten Engineering-Software IndraWorks nach. Dank einer umfangreichen Bibliothek an vorgefertigten Funktionsbausteinen und zahlreichen Wizards, die das Engineering zusätzlich verkürzen, weicht die bislang zeitaufwendige Programmierarbeit einem komfortablen Auswählen und Parametrieren. Auch bei der Aufdeckung von schlafenden Fehlern erhält der Anwender Unterstützung, denn eine Online-Dynamisierung testet alle Sicherheitskanäle autark im Hintergrund auf mögliche Fehler. Das manuelle Testen entfällt somit. Ein weiterer Vorteil: bei einem späteren Servicefall lässt sich das Gerät beim Endanwender ohne PC und ohne erneute Maschinenabnahme tauschen.

 

Kostenvorteile durch integrierte Verknüpfungslogik

Weil Bosch Rexroth seine IndraDrive-Antriebe auch gleich mit sicheren Logikbausteinen ausstattet, kommen viele Maschinen mit weniger Komponenten aus, kleinere Maschinen häufig sogar ohne gesonderte Steuerung für die Maschinensicherheit. Mittels IndraWorks lassen sich „sicheres UND“ mit und ohne Muting, „sicheres ODER“ und „sichere Invertierung“ individuell für die jeweilige Applikation konfigurieren. Darüber hinaus gestattet die integrierte Verknüpfungslogik in Verbindung mit den sicheren und richtungsabhängigen Nockenbereichen besonders zeitkritische Applikationen. Abhängig von der aktuellen sicheren Position der Achse können so bis 16 zu überwachende unterschiedliche Bewegungsprofile selbsttätig aktiviert werden. Ein Beispiel: Greift der Bediener einer Servopresse beim Herunterfahren des Stempels in das Lichtgitter, führt der Antrieb ohne Umweg über die Steuerung einen Not-Halt aus. Während des gefahrlosen Hochfahrens wiederum wird der Not-Halt in Abhängigkeit vom Drehwinkel gemutet.

Mit maximal 31 sicheren Nocken und bis zu 16 sicheren Absolut-Lagebereichen eröffnet SafeMotion Maschinenherstellern ein breites Spektrum an antriebsintegrierten Sicherheitsfunktionen. (Bildquelle: Bosch Rexroth)

 

Bis zu zehnmal schnellere Aktivierung

Zur Aktivierung antriebsautarker Sicherheitsfunktionen stellen die IndraDrive- Antriebe ebenfalls vielfältige Optionen bereit. Für besonders zeitkritische Safety-Applikationen empfiehlt sich die extrem kurze direkte Anwahl am Zonenmodul über 24-Volt-Signale. Alle beteiligten Achsen lassen sich somit in nur 5 ms aktivieren und damit rund zehnmal schneller als bei der Anwahl mittels der gängigen sicheren Bussysteme. Dies erlaubt indirekt auch ein kompakteres Maschinendesign. So können beispielsweise Lichtgitter bei gleicher Annäherungsgeschwindigkeit näher an die gefährliche Bewegung gebaut werden.

 

Freie Wahl der Anwahl eröffnet neue Märkte

Nichtdestotrotz unterstützen die IndraDrive-Antriebe eine am Markt einzigartige Vielzahl an Bussystemen. Neben CIP Safety on Sercos, das von den Rexroth Sicherheitssteuerungen SafeLogic oder SafeLogic compact genutzt wird, zählen dazu insbesondere PROFIsafe on PROFINET sowie Safety over EtherCAT und CIP Safety onEtherNet/IP. Die ebenfalls mögliche Kombination aus direkter und indirekter Anwahl erleichtert Maschinenherstellern letztlich bei vollem Funktionsumfang den Zugang zu verschiedensten Absatzmärkten. So lassen sich etwa zeitkritische Signale wie Not-Halt direkt am Antrieb anschließen, während Standard-Funktionen parallel über den regional bevorzugten Sicherheitsbus laufen.

 

Standardisierung der Sicherheitstechnik

Weil Bosch Rexroth die antriebsintegrierte Lösung „Safety on Board“ durchgängig innerhalb der Rexroth Antriebsregelgeräte- und Motorenfamilien verfügbar macht, können Maschinenhersteller ihre zertifizierte Sicherheit über zentrale und dezentrale Antriebskonzepte hinweg standardisieren und konsolidieren. Das Spektrum reicht von der kleinsten IndraDrive Cs-Ausführung mit 100 W bis zum größten IndraDrive ML-Antrieb mit 4 MW, von den schaltschrankbasierten Reihen IndraDrive C und M bis zu den dezentralen schaltschranklosen IndraDrive Mi-Antrieben sowie vom rotativen und linearen Synchronmotor bis hin zum rotativen und linearen Asynchronmotor. Die MS2N-Servomotoren offerieren darüber hinaus  einen SIL3-Geber für höchste Sicherheit.

 

Mehr Funktion und Produktivität bei niedrigeren Kosten

Die antriebsintegrierten Sicherheitslösungen von Bosch Rexroth erleichtern nicht nur die Umsetzung internationaler Normen. Dank schnellster Reaktions- und Anwahlzeiten versetzen sie Maschinenhersteller vielmehr in die Lage, den Personenschutz und die Produktivität mithilfe eines effizienten Engineerings auf ein neues Niveau zu heben. In Verbindung mit der ebenfalls integrierten Verknüpfungslogik lassen sich die Maschinen und Teilapplikationen kompakter und mit weniger Komponenten realisieren. Exportorientierten Maschinenherstellern kommt darüber hinaus das breite Spektrum unterstützter Bussysteme entgegen, das durch ein weltweites Service- und Beratungsnetz sinnvoll ergänzt wird.

Über den Autor:

ist Produktmanager für elektrische Antriebstechnik bei Bosch Rexroth. Nach seinem Studium der Elektrotechnik an der TU Braunschweig startete er 1986 als Entwicklungsingenieur bei der Bosch Industrieausrüstung in Erbach/ Odenwald. 1993 wechselte er ins Produktmanagement für elektrische Antriebe und ist dort insbesondere für die antriebsintegrierte Sicherheitstechnik zuständig.

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