In drei Schritten zum digitalen Verbesserungsprozess.

Autor Marcel KoehlerErstellt am Ein KommentarKategorien Connected Automation

Industrie 4.0-Lösungen befähigen Fertigungsmitarbeiter, einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess digital abzubilden und durchzuführen, um mehr Output zu erzielen, die Produktqualität zu verbessern und die Kosten zu senken. Aber wie implementiere ich einen ersten Use-Case? Wie sorge ich für die nötige Anlagentransparenz und wie konfiguriere ich das Monitoring- und Auswertungssystem? Ganz einfach: in drei Schritten, mit einfach einzurichtenden Tools und gezielter Unterstützung durch erfahrene Experten.

 

Im Mittelpunkt steht der Mensch.

 

Es gibt fundamentale Prinzipien, die galten schon lange vor der Digitalisierung. So sagte einst Robert Bosch: „Immer soll nach Verbesserung des bestehenden Zustands gestrebt werden, keiner soll mit dem erreichten sich zufriedengeben, sondern stets danach trachten, seine Sache noch besser zu machen.“ Der Weg zur kontinuierlichen Verbesserung von Produktionsprozessen führt heute wie damals über den Menschen. Will man die Qualität steigern, die Kosten senken oder die Ausbringung erhöhen, braucht es mindestens eine Person, die den kontinuierlichen Verbesserungsprozess entwirft, überwacht und nachjustiert. Sie definiert die wesentlichen Informationen, behält sie im Auge, bewertet sie, greift bei Bedarf ein und zieht Schlüsse, um den Prozess anzupassen. Neu sind nun allerdings die Werkzeuge, die uns hierfür im Zuge von Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge (engl. IoT) zur Verfügung stehen. Werkzeuge wie das IoT Gateway, das unterschiedlichste Daten ohne Eingriff in die Maschinenlogik sammelt, und die dazu gehörigen Analyse- und Auswertungslösungen wie den Production Performance Manager, der diese Daten visualisiert, auswertet, notwendige Handlungen initiiert und die Überprüfung und Anpassung des Verbesserungsprozess vereinfacht.

 

Schritt 1: Workshop im Unternehmen

Aber wie gehe ich mit diesen Werkzeugen um und wie implementiere ich einen ersten exemplarischen Use-Case, um ihn sukzessive auszurollen? Wie zu Robert Boschs Zeiten vermittelt man neues Wissen besonders wirkungsvoll von Mensch zu Mensch. Diesem Grundsatz folgend, kommt im Rahmen des Production Performance Starter Kit von Bosch Software Innovations ein erfahrener Experte ins Unternehmen und zeigt das typische Vorgehen Schritt für Schritt. In dem eintägigen Workshop erläutert er neben den digitalen Werkzeugen typische Use-Cases und besichtigt gemeinsam mit seinem Kunden die Fertigung. Das Ergebnis des gemeinsamen Workshops ist mindestens ein konkreter Use-Case einschließlich Lösungsdesign. Die gewünschten Vorteile werden nochmals überprüft und mögliche Hürden identifiziert. Nach demselben Strickmuster kann der Kunde später noch weitere Use-Cases finden, entwickeln und implementieren.

Das IoT Gateway sammelt Daten aus unterschiedlichsten Datenquellen und übertragt sie nativ an die Analyse- und Auswertungssoftware Production Performance Manager.

 

Beispiel für einen ersten Production Performance Use-Case

Ein Praxisbeispiel aus einem konkreten Workshop: die zustandsbasierte Überwachung und Wartung eines Wärmetauschers. Ist dieser aufgrund von Ablagerungen verstopft, entstehen rund 1.500 Fehlteile, und die Anlage steht wartungsbedingt für zwei Stunden. Um Ausschuss und ungeplante Ausfälle zu vermeiden soll ein Frühwarnsystem installiert werden. Eine direkte Messung des Durchflusses ist jedoch anlagenbedingt nicht möglich, weshalb Temperatursensoren vor und nach dem Wärmetauscher installiert werden. Das ebenfalls in die Linie gebrachte IoT Gateway sammelt die Sensordaten und übermittelt sie an den Production Performance Manager, wo als Verschmutzungsindikator die Temperaturdifferenz ermittelt und mit Grenzwerten verglichen wird. Alle Messwerte werden zentral für die Verantwortlichen visualisiert. Bei beginnender Verstopfung der Rohre setzt das System eine Warnmeldung ab oder weist qualifikationsgerecht ein Wartungsticket zu.

 

Schritt 2: Selbst umsetzen mit Remote Support

Im zweiten Schritt des Production Performance Starter Kit installiert ein Senior Consultant von Bosch Software Innovations den Production Performance Manager per Remote-Zugriff auf der Hardware des Kunden. Dabei wird mindestens eine Maschine prototypisch integriert, um dem Anwender ein späteres Skalieren der Lösung vorzubereiten. Die Demo-Lizenz ist für drei Monate gültig, unterstützt werden bis zu zehn Maschinen. Dazu kommen vier Tage Remote-Support für den Production Performance Manager. Die Shopfloor-Integration kann abhängig von der technischen Infrastruktur auf drei Wegen erfolgen: Über einzelne zu programmierende Integratoren, über PPMP-kompatible Steuerungen oder anlagenunabhängig über das IoT Gateway von Bosch Rexroth, einem universellen Konnektor, der neben anderen Protokollen auch das Open-Source-Protokoll PPMP nativ spricht. Über die webbasierte Benutzeroberfläche administriert der Anwender die Sensoren, definiert ggf. eine Vorverarbeitung der gesammelten Daten und richtet die Weiterleitung an das Zielsystem ein, in diesem Fall an den Production Performance Manager.

Industrie 4.0 Showcase mit IoT Gateway und Production Performance Manager.

 

Schritt 3: Anwendertraining vor Ort

Nach dem Aufbau der Infrastruktur fehlt nun noch ein letzter Schritt, in dem die Mitarbeiter lernen, die Software erfolgreich anzuwenden. Dies erfolgt im Rahmen eines detaillierten Nutzertrainings mit einem erfahrenen Trainer, der für einen Tag an den Standort kommt. Nach dieser Schulung sind die Teilnehmer in der Lage, über die Visualisierung schnellen Zugang zu Maschinendaten zu erlangen, einfache automatisierte Analysen und Auswertungen einzurichten und darauf basierend intelligente, datenbasierte Handlungen zu definieren. Dem Gedanken der kontinuierlichen Verbesserung folgend werden sie zudem befähigt, als Hauptakteure ihres digitalen Verbesserungsprozess die Handlungen auch hinsichtlich Effektivität und Effizienz zu überprüfen. Dank der gewonnenen Transparenz erhält der Anwendersomit wertvolles Industrie 4.0-Werkzeug für seine tägliche Arbeit.

 

Elemente des gemeinsamen Starter Kit von Bosch Software Innovations und Bosch Rexroth


 

 

Nach nur drei Monaten sukzessive skalieren

Nach nur drei Monaten gelangen die Mitarbeiter an den entscheidenden Punkt, von dem aus sie die vorbereitete Lösung skalieren und iterativ weitere Maschinen und ganze Linien anzubinden. Bei kontinuierlich sinkenden Kosten steigt der Nutzen im weiteren Verlauf überproportional, denn die gewonnene Transparenz erstreckt sich nach und nach über alle Flaschenhälse hinweg. Auf diese Weise gelang es etwa der Fertigungsleitung im Bosch Werk Pecinci (Serbien), die Stabilität eines komplexen Lackierprozess für Wischerarme nachhaltig zu verbessern. Das IoT Gateway sammelt dabei Sensor- und Steuerungsdaten wie Feuchtigkeit oder Farbverbrauch und leitet die Daten an den Production Performance Manager weiter. Die Software analysiert diese Daten und vergleicht sie mit definierten Grenzwerten, um die Anlagenverfügbarkeit der aus zehn Einzelstationen bestehenden Lackieranlage zu optimieren. Als Folgeprojekt zur kontinuierlichen Verbesserung der Produktqualität ist eine Track & Trace Funktion geplant, die Rückschlüsse vom fertigen Produkt auf qualitätsrelevante Teilprozesse zulässt.

 

Keine Angst vor Software! Jetzt ausprobieren und starten.

Mit dem Production Performance Starter Kit lassen sich die Hürden zur Einführung digitaler Prozesse für kontinuierliche Verbesserungen drastisch senken. Mögliche Berührungsängste mit dem digitalen Werkzeugkoffer sind absolut unbegründet. Das IoT Gateway und der Production Performance Manager erfordern keinerlei Programmierkenntnisse für die tägliche Anwendung. Zusammen mit dem methodischen Wissen und der praktischen Unterstützung unserer Experten erwerben Unternehmen in nur drei Monaten das nötige Wissen, um ihren ersten Use-Case umzusetzen, zu skalieren und weitere Verbesserungsprojekte anzugehen. Robert Bosch hätte daran sicherlich Gefallen gefunden!

 

Erfahren Sie mehr zum Production Performance Starter Kit im Webcast.

 

Über den Autor:

arbeitet seit 2015 als Marketing Manager in der Product Group Industry & Logistics bei Bosch Software Innovations und ist dort verantwortlich für Produktmarketing rund um das Thema Industrie 4.0-Softwarelösungen. Mit großem Interesse verfolgt er, wie sich das Internet der Dinge Ecosystem weiterentwickelt und welche Erfolge neue Softwarelösungen in die Fertigungs- und Logistikwelt bringen. Marcel Koehler besitzt ein Bachelortitel in Betriebswirtschaftslehre mit Spezialisierung auf Marketing und Corporate Finance (HTW Berlin) sowie einen Mastertitel in Management für Marketing und Sales (FOM Berlin).

Ein Kommentar bei “In drei Schritten zum digitalen Verbesserungsprozess.

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