i4.0 Power für Schraubexperten – Starter-Kit für mehr Prozessqualität

Production Performance Management Protocol

© Bosch Software Innovations GmbH

Nicht erst seit der VDI/VDE Norm 2862 sind Schraubspezialisten im Produktionsumfeld höchstgefragt. In vielen Unternehmen sind detaillierte Kenntnisse über Komplikationen bei sicherheitskritischen Verbindungen und deren Lösung ein rares Gut. Condition Monitoring und Echtzeit-Analysen können das vorhandene Fachwissen sinnvoll ergänzen und präventiv vor Abweichungen warnen. Maßgeschneiderte Starter Kits helfen beim Einstieg.

 

250 Millionen sicherheits- oder funktionskritische Verschraubungen pro Jahr sind keine Seltenheit in modernen Automobilwerken. Doch auch andere Branchen müssen verschärfte Vorschriften einhalten und Haftungsrisiken vermeiden. Nur wenn Prozessabweichungen frühzeitig erkannt, möglichst in Echtzeit beantwortet und die Monteure umgehend gewarnt werden, lassen sich die gesteckten Qualitäts- und Produktivitätsziele sicher erreichen. Voraussetzung hierfür ist eine durchgängige Prozesstransparenz. Sie erlaubt den Schraubspezialisten letztendlich präventiv zu agieren und den Produktionsprozess kontinuierlich zu verbessern.

 

Vom Reagieren zum präventiven Agieren

Mit den Mitteln von Industrie 4.0 können die Verbindungsexperten ihr Fachwissen noch gezielter nutzen und über mehrere Produktionsstandorte hinweg verfügbar machen, ohne einen unverhältnismäßigen Zusatzaufwand zu treiben. Wer die neuen Werkzeuge anwenden möchte, muss sich aber nicht zwingend mit technischen Detailfragen befassen. Im Rahmen des Tightening Process Quality Starter Kit geben die Experten von Bosch Rexroth ihr Know-how in einem kompakten Format an die Anwender ihrer Schraubsysteme weiter, um einen kosteneffizienten Einstieg mit konkreten Benefits zu ermöglichen.

 

Prozessdaten mit dem Production Performance Manager in nahezu Echtzeit überwachen

Im Rahmen des Tightening Process Quality Starter Kit verbinden die Rexroth Experten die vorhandenen Schraubsysteme mit der Datenerfassungs- und Analyseplattform Production Performance Manager von Bosch Software Innovations. Über das zugehörige Process Quality Module lassen sich dann selbst komplexe und sicherheitskritische Schraubprozessdaten werksübergreifend in nahezu Echtzeit überwachen und vergleichen. Weil die Daten laufend bereitgestellt und automatisch ausgewertet werden, lässt sich die Qualität der Schraubvorgänge kontinuierlich sicherzustellen und so letztlich auch die Wirtschaftlichkeit der Produktion verbessern. Ein Prozessdatencockpit visualisiert dabei geräteübergreifend die verschiedenen Messgrößen und Toleranzen, so dass sich auftretende Probleme, systematische Fehler und Tendenzen schneller erkennen und deren Ursachen eingrenzen lassen, um sie zu beheben. Patentierte Analysefunktionen wie das grafische Übereinanderlegen helfen dabei. Hier ein Beispiel mit mehreren Prozesskurven:

Process Data Cockpit

Screenshot aus dem Prozessdatencockpit: Die Darstellung ausgewählter Prozesse mit bis zu 5.000 überlagerten Prozesskurven offenbart Abweichungen mit Handlungsbedarf.
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Mit dem Process Quality Module Zeit sparen

Der Einsatz des Process Quality Module unterstützt die Fachexperten dabei, auftretende Abweichungen schneller zu identifizieren und ohne Zeitverlust direkt mit der Analyse zu beginnen. Die Software übernimmt damit bislang zeitaufwendige Aufgaben wie das Kommunizieren eines Fehlers oder das Sammeln der erforderlichen Daten. Als Effekt verkürzt sich die Reaktionszeit über den gesamten Prozess – von der Identifizierung einer Abweichung bis zur Reaktion darauf. Im Endergebnis kommt es zu einer kontinuierlichen Produktivitätssteigerung, niedrigeren Kosten für die Nacharbeit und gegebenenfalls einen schnelleren Produktionshochlauf.

Process Data Cockpit

Das Prozessdatencockpit des Process Quality Module reduziert Zeit und Ressourcen um bis zu 50 Prozent.
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Anbindung der Schraubsysteme

Die im Starter Kit beinhaltete Demolizenz für den Production Performance Manager einschließlich des Process Quality Module beträgt drei Monate. Die Schraubsysteme selbst werden über das Production Performance Management Protocol (PPMP) angebunden und für den Datentransfer konfiguriert. Befindet sich das Schraubsystem nicht im selben Netzwerk wie der Production Performance Manager, kann auf Wunsch ein mGuard-Router bereitgestellt werden. Die mittels PPMP übertragenen Prozessdaten lassen sich nun direkt im Process Quality Module des Production Performance Manager analysieren. Der Anwender muss lediglich eine Datenbank für die Qualitätsdatensicherung bereitstellen. Grundsätzlich berechtigt das Starter Kit zur Einbindung von maximal zehn Tools für gesteuerte Schraubtechnik von Rexroth.

 

Bereitstellung des Production Performance Manager

Der Production Performance Manager wird im Rahmen des Starter Kit wahlweise cloud-basiert oder on premises, das heißt auf einer Kunden-Hardware, verfügbar gemacht. Im ersten Fall erfolgt die Bereitstellung entweder über die Bosch Infrastruktur oder über eine externe private Cloud (z.B. Azure). Bei der On-Premises Variante hat der Kunde sicherzustellen, dass die Zielhardware die Systemanforderungen der Production Performance Manager Software erfüllt, und für die Installation durch die Bosch Software Innovations einen sicheren Fernzugriff einrichten.

 

Remote Support und User Training

Um auftretende Fragen zur Anwendung der gesteuerten Schraubtechnik oder zum Production Performance Manager innerhalb der dreimonatigen Laufzeit zu klären, beinhaltet das Starter Kit vier Tage Remote Support. Ein einstündiges Online-Training schult den Anwender in Sachen Production Performance Manager und Process Quality Module. Als weitere Hilfestellung erklären How-to-Videos die wichtigsten Funktionen. Hier alle Leistungen des Starter Kits im Überblick:

 

Überblick Starter-Kit

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Kontinuierliche Verbesserung mit i4.0

Die Zeit von Schraubexperten ist zu wertvoll, um sie für nicht-wertschöpfende Tätigkeiten zu vergeuden. Mit dem Tightening Process Quality Starter Kit gelingt mithilfe von Bosch Rexroth und Bosch Software Innovations der Einstieg in die digitale Prozessverbesserung, damit Schraubexperten ihr Detailwissen noch gezielter und effizienter anwenden können.

 

Über den Autor:

ist Leiter des Produktmanagements Verbindungstechnik bei der Bosch Rexroth AG in Murrhardt. Er studierte Feinwerktechnik (Dipl.-Ing.) an der Hochschule Ulm. Seit 2002 arbeitet er bei Bosch Rexroth mit Stationen im Produktmanagement und dem internationalen Vertrieb.

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